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Dirk Roßmann – Pionier des Drogeriediscounters

Im Alter von 25 Jahren eröffnete Dirk Roßmann 1972 in Hannover den ersten Discountmarkt für Drogerieartikel – eine wegweisende Entscheidung. Aus dem Einzelgeschäft entstand mit der Rossmann GmbH die zweitgrößte Drogeriemarktkette Deutschlands mit etwa 1.900 deutschen Filialen und 28.000 Mitarbeitern.

Roßmann hatte gleich zwei Punkte, die ihn auf die Idee für einen Drogeriemarkt brachten: die mangelnde Effektivität des Tresenverkaufs in der Branche und der bevorstehende Wegfall der Preisbindung für Drogerieartikel. Die bis dahin in Deutschland zu findenden Drogerien ähnelten in der Ladenform und Preisgestaltung mehr Apotheken und entsprachen immer weniger den Kaufgewohnheiten und Wünschen der Konsumenten.

Roßmanns Gegenentwurf, ein Selbstbedienungsmarkt mit günstigen Artikeln, kam bei den Kunden voll an. Erst expandierte das Unternehmen im Großraum Hannover, was 1976 zum Umzug der Zentrale nach Burgwedel führte. Zum zehnjährigen Firmenjubiläum war die Dirk Rossmann GmbH mit 100 Filialen zum Marktführer in Norddeutschland aufgestiegen. Der Umsatz 1982: umgerechnet rund 87 Millionen Euro.

Expansion in die neuen Bundesländer

Die nächste große Expansionsphase begann nach der deutschen Wiedervereinigung mit der Gründung je einer Filiale in Sachsen-Anhalt und Thüringen im Jahr 1990. Bereits zwei Jahre später, im 20. Jahr des Firmenbestehens, gab es 120 Rossmann-Märkte in den neuen Bundesländern – neben 158 Geschäften in den alten Bundesländern. Im folgenden Jahr, 1993, wurden im polnischen Lodz und im ungarischen Debrecen die ersten osteuropäischen Filialen eröffnet. Es folgten Gründungen in Tschechien und in Albanien. Seit 2010 ist Rossmann auch in der Türkei aktiv.

2013 wurde der 3.000. Rossmann-Markt in Europa eröffnet – und ein Kreis schloss sich: Er steht wie die erste Filiale in Hannover.

Dirk Roßmann – unternehmerisch erfolgreich und sozial engagiert

Neben dem wirtschaftlichen Erfolg sind Dirk Roßmann eine Mitarbeiter-orientierte Unternehmenskultur und ein hohes soziales Engagement wichtig. Es gibt ein firmeneigenes Weiterbildungszentrum in der Lüneburger Heide mit Kursen für die Mitarbeiter. Darüber hinaus gibt es für die Belegschaft individuelle Förderprogramme und Kulturfahrten. Die Mitarbeiter erhalten außerdem Rabatt in den Rossmann-Märkten und bekommen Warenpakete.

Auch um diesen Unternehmensgeist sicherzustellen und fortzuführen ist die Rossmann GmbH familiengeführt. Neben Dirk Roßmann sitzt seine Frau Alice Schardt-Roßmann in der Geschäftsführung. Die beiden Söhne Daniel und Raoul haben leitende Positionen im Unternehmen.

Dirk Roßmann ist persönlich und über sein Unternehmen in mehreren sozialen und ökologischen Initiativen aktiv. So haben im Unternehmen nachhaltige Aspekte bei Warenbeschaffung, Verpackung, Logistik und Recycling einen hohen Stellenwert. Wichtig sind außerdem soziales und faires Handeln sowie bürgerschaftliches Engagement.

Zu den sozialen Projekten, die unterstützt werden, gehören:

  • Die Stiftung Weltbevölkerung – engagiert sich für Ausbildungsprojekte in Afrika.
  • Die Arche – bietet im Kampf gegen Kinderarmut Projekte für Kinder und Familien an.
  • Mentor Leselernhilfe – eine Freiwilligeninitiative zur Förderung der Sprach- und Lesekompetenz von Jugendlichen.
  • Verein Deutsche Sprache – unter anderem werden in der Rossmann-Kundenzeitschrift bewusst Anglizismen vermieden.
  • Deutsches Kinderhilfswerk (DKHW) – seit Jahren stehen in den Rossmann-Märkten Sammelbüchsen des Deutschen Kinderhilfswerks. So bringt Rossmann etwa zehn Prozent der gesamten jährlichen Spenden für das DKHW auf.

Roßmann persönlich gehört zu den Unterstützern der Initiative „Klasse! Wir singen“. Im Jahr 2012 spendete er insgesamt eine Million Euro für verschiedene soziale Projekte, Einrichtungen und Verbände.

Fotos: Dirk Rossmann GmbH

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